Nach der ersten bildgesteuerten Laser-Ablation eines Osteoid-Osteoms der Fibula in der offenen Hochfeld-MRT Mitte diesen Jahres konnte die AG offene MRT in dieser Woche erstmalig die Perkutane Laser Diskus Dekompression (PLDD) bei einem Patienten in der offenen Hoch-Feld MRT durchführen. Hierbei handelt es sich um eine minimal-invasive (patientenschonende) Laserbehandlung zur Therapie von symptomatischen Bandscheibenvorfällen. Die PLDD bewirkt eine thermisch, durch Laserenergie erzeugte Volumen- und Druckreduktion sowie ein sog. Shrinking (Schrumpfen) des Bandscheibenvorfalls. Diese Art der minimal-invasiven Intervention wurde bisher unter Röntgen-/CT-Kontrolle oder seltener in Niedrig-Feld MR Systemen durchgeführt. Die PLDD in der offenen Hochfeld-MRT ist somit nicht nur an der Charité sondern weltweit eine Premiere.
Der Patient war zuvor in der Charité zur periradukulären Schmerztherapie bei vorliegenden Rücken-/Beinschmerzen in Behandlung. Nach Therapieresistenz der sog. Radikulopathie (Nervenwurzel-assoziierte Beinschmerzen), wurde dem Patienten die Durchführung der PLDD unter MR-Kontrolle empfohlen. Direkt nach der Behandlung berichtete der Patient über eine deutliche Linderung seiner Schmerzsymptomatik.
Die Vorteile der PLDD im MRT sind eine Vermeidung ionisierender Strahlen (Röntgen) für den Patient und den Arzt, ein exzellenter Weichteilkontrast zur Bildgebung relevanter Strukturen (Wirbelsäule, Rückenmark, Nervenwurzel) und Interventionsplanung der PLDD und die Möglichkeit der echt-zeit nahen Nadelnavigation und Therapiemonitorings (Laser- Temperaturdarstellung im MRT). Diese Vorteile ermöglichen einen patientenschonenden, effektiven und sicheren Eingriff.
Die Bilder zeigen die Durchführung der PLDD im offenen MRT und die Lokalisation der eingebrachten Laserfaser im Bereich der vorgefallenen Bandscheibe.


