10. Osteoid-Osteom Laserablation

Knapp ein Jahr nach der ersten an der Charité – Universitätsmedizin Berlin durchgeführten MRT-gesteuerten Laser-Ablation eines Osteoid-Osteoms in der offenen Hochfeld-MRT (Link), kann das Verfahren bereits als in der klinischen Routine etabliert bezeichnet werden. In den vergangenen 12 Monaten wurde die Ablation bereits 10 mal im offenen MRT in Berlin-Mitte durchgeführt. Besonders junge Patienten profitieren von der strahlenfreien Behandlung. Die Dauer des stationären Aufenthaltes beträgt in der Regel 24-48 h. Alle behandelten Patienten sind heute beschwerdefrei.

Bei der 10. Osteoid-Osteom Laser-Ablation konnte heute auch erstmalig das neuartige (noch in der Entwicklung befindliche) OP-Setup der AG offene MRT zum Einsatz kommen. Dazu gehören neben einem zusätzlichen, großen Echtzeit-MR-Bild über einen MRT-tauglichen Beamer, auch die thermometrische Überwachung des Ablationsvorgangs und dessen farbig codierte Darstellung für den Operateur auf einem MR-tauglichen Kontrollmonitor direkt neben dem Patienten.

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Beim Osteoid-Osteom handelt es sich um einen gutartigen Knochentumor, der drei Mal häufiger bei Männern als bei Frauen mit einem Altersgipfel zwischen 10 und 30 Jahren auftritt. Es handelt sich um einen verkalkten Tumor der langen Röhrenknochen des Ober- und Unterschenkels. Diese Tumore sind insbesondere durch starke vorzugsweise nachts auftretende Schmerzen charakterisiert, die sich anfänglich gut mit Aspirin (Salycilate) behandeln lassen. Für die Schmerzen ist insbesondere der gut mit Gefäßen versorgte Nidus (”Kern”) des Tumors verantwortlich, von welchem auch das Wachstum des spindelförmig verkalkten (sklerosierten) Tumors ausgeht.

Mit der Bild-gesteuerten Thermoablation steht ein effektives und sicheres minimal-invasives Verfahren zur Therapie des OO zur Verfügung, welche die operative Resektion in vielen Kliniken abgelöst hat. Zur offenen OP reduziert sie erheblich die Morbidität und Rekonvaleszenz aufgrund der minimalen Invasivität. Zur CT-gesteuerten RFA Methode bietet die offene MRT gleich gute Ergebnisse bei technischen Vorzügen wie z.B. der MR-Thermometrie-Kontrolle, sowie bei Verzicht auf ionisierender Strahlung. Nur in Ausnahmefällen, so bei ungünstiger Tumorlokalisation oder unsicherer Diagnose, erscheint ein offenes Vorgehen weiterhin indiziert.