Offene Hochfeld MRT

Je nach Hersteller sind verschiedenartige offene MRT-Systeme entwickelt worden. Bei der Konstruktion solcher Systeme sind besondere technisch-physikalische und bauliche Schwierigkeiten zu überwinden. Die früheren offenen Systemkonzepte arbeiteten zumeist auf Basis von Permanentmagneten mit relativ niedriger Magnetfeldstärke, teilweise wurden auch Widerstandelektromagneten im Niedrigfeldbereich eingesetzt. Seit neuerer Zeit stehen sogenannte offene Hochfeld-MRT-Systeme zur Verfügung. Die Vorteile dieser Systeme sind nicht nur das verbesserte Raumangebot und die gute Zugänglichkeit zum Patienten, sondern auch die Bildqualität die der von Standard-Tunnelsystemen nicht nachsteht.

Ambient Experience

Studien haben gezeigt, dass die Umgebung in einem Krankenhaus, signifikanten Einfluss auf das Befinden des Patienten und das Empfinden einer medizinischen Untersuchung hat. Patienten fühlen sich dabei unter Umständen verängstigt und eingeschüchtert, sind unsicher was als Nächstes geschehen wird und sind darüber hinaus besorgt über ihren medizinischen Zustand. Diese Gefühle entstehen durch mangelnden Sichtkontakt mit klinischem Personal, z.B. während einer radiologischen Untersuchung und wird weiterhin durch die Abwesenheit von Personen zu denen emotionale Bindungen bestehen verstärkt.

Durch eine Kombination von Licht, Animation und Raumeindruck kann ein beruhigendes und komfortables Ambiente geschaffen werden, das Patienten hilft sich zu Entspannen oder Abzulenken und insgesamt das Wohlbefinden steigert. Die Technik “Ambient Experience” ermöglicht uns das Ambiente des Untersuchungsraums weitgehend nach den Wünschen des Patienten zu gestalten. Der Patient wählt dabei vor der Untersuchung eine für ihn angenehme Umgebung aus.

Patientenkomfort

In dem offenen MRT steht dem Patienten bis zu drei mal mehr Platz als in einem konventionellen (Röhren-) MRT zu Verfügung. Dies ermöglicht es uns, dem Patienten angenehme Untersuchungsbedingungen anbieten zu können. Dieses Angebot wird besonders von klaustrophoben oder übergewichtigen Patienten gerne angenommen. Durch das größere Raumangebot werden Untersuchungen die bisher ausgeschlossen waren möglich. Auch die Untersuchung von Kindern kann durch den direkten Kontakt zu einer wichtigen Bezugsperson oftmals komfortabler gestaltet werden. Studien zeigen das Patienten eine Untersuchung in einem offenen MRT bevorzugen.

Zwei Personen im MRT Kind und Mutter Vorbereitung
Vorbereitung - Patient im MRT Patientin im MRT Patient im MRT - Innen

Intervention im offenen MRT

Das MRT als diagnostisches Verfahren mit exzellentem Weichteilkontrast hat maßgeblich am Wandel in der modernen operativen Medizin beigetragen.

Erfolgreiche Intervention unter MRT-Kontrolle bedingt zwei Voraussetzungen. Zum einen muss dem Arzt entsprechender Zugang zum Patienten möglich sein, zum anderen ist die Qualität und Geschwindigkeit der Bildgebung für Interventionen und Funktionsuntersuchungen relevant. Wo für Funktionsuntersuchung im offenen Hochfeld MRT hiermit bereits die Voraussetzungen geschaffen sind, sind für erfolgreiche Operationen im MRT noch weitere Herausforderungen zu bewältigen.

Da viele konventionelle Instrumente auf Grund ihrer magnetischen Eigenschaften im Magnetresonanztomographen nicht eingesetzt werden können, besteht die Notwendigkeit zur Verwendung speziell angefertigter MRT-kompatibler chirurgischer Instrumente. Dieser Aufgabe widmet sich unsere Arbeitsgruppe im wesentlichen. Insbesondere werden dabei minimal-invasive Eingriffe adressiert, die bisher unter Röntgen-CT-Kontrolle vorgenommen wurden.

Mit der Möglichkeit der freien Bildebenenwahl, der offenen Bauweise und der Untersuchungsdurchführung mit schnellen Bildsequenzen bietet sich die Möglichkeit, im Anschluss an Operationen unter MRT-Kontrolle, das Operationsergebnis direkt zu beurteilen und gegebenenfalls sofort Korrekturen vorzunehmen.

Panorama Intervention Mamma Intervention OP

Felix Güttler