Indikationen
- Nervenwurzelreizung an HWS oder LWS meist durch Bandscheibenvorwölbungen und -vorfällen mit Schmerzausstrahlung in die Schulter-Arme bzw. Beine
- Resistente Schmerzen im Bereich der HWS, LWS
- Inoperable Patienten
- Zur postoperativen Rehabilitation
- Bei Intoleranz oraler oder systemischer Analgetika
- Rezidivierende Schmerzen nach Rückenoperationen (Narben bedingt)

Fall 1
31-jährige Patientin mit Rückenschmerzen und Ausstrahlung ins rechte Bein bis zur Ferse (sog. Radikulärsyndrom). Links: T2-w FSE-Sequenz, seitliche Ansicht – Darstellung eines Bandscheibenprolaps LWK 5/SWK 1. Rechts: Korresponierendes transversales Bild, Darstellung des Bandscheibenprolaps mit rechts mediolateraler Lage und Bedrängung der absteigenden Fasern der Nervenwurzel S1 rechts.
Bandscheibenvorwölbungen oder –vorfälle können Grund für Nervenreizungen im Bereich der HWS oder LWS sein – das bedeutet für den Betroffenen meist starke, resistente Schmerzen. Es können auch Nervenwurzelentzündungen oder Narben nach Bandscheiben-Operationen den Schmerzen zugrunde liegen. Man unterscheidet die Periradikuläre Therapie (PRT – Zugang direkt neben die Nervenwurzel) von der Epiduralen Therapie (Zugang in den Wirbelkanal). Bei diesen minimal-invasiven Methoden wird nach lokaler Betäubung unter stetiger oMRT-Kontrolle eine Injektionskanüle präzise an die gereizte Nervenwurzel gebracht.
Fall 2
Darstellung einer Nadeleinbringung in den Bereich der geschädigten Nervenwurzel S1 rechts unter ständiger “strahlenfreier” Bildgebung. Rechts: Injektions-Kontrolle periradikulär. Die Patientin berichtete über einen vollständigen Rückgang der Schmerzen nach der 2. Injection.
Nach erfolgter Kontrolle der finalen Nadelpositionierung durch die oMRT wird die Medikation aus schmerzlindernden und entzündungshemmenden Mitteln (lang wirksame Analgetika-Corticoid-Kombination) über die Kanüle injiziert. Auf diese Weise gelangen die Medikamente exakt an die zu behandelnde Nervenwurzel. Nach der Applikation kann die Verteilung des Injektats im Gegensatz zur CT-Steuerung ohne Kontrastmittel mit speziellen MRT-Sequenzen (SPIR) dargestellt und der Erfolg dokumentiert werden.
Ziel der Therapien ist es, die Schmerzspirale aus Nervenreizung, Schwellung, Entzündung und Schmerz zu unterbrechen. In den meisten Fällen kommt es nach der Behandlung schnell zu einer Beschwerdelinderung. Es ist möglich und oft sinnvoll, die Therapie einige Male zu wiederholen, um den dauerhaften Behandlungserfolg zu sichern (effiziente Therapie-Serie in definierten Intervallen.
Florian Streitparth
Felix Güttler (Ed.)